Mein Israel

 

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Nachdem ich meine Zeit im Kibbutz ein wenig schweren Herzens beendet und ein paar tage in Jerusalem verbracht habe, wo Om. am 15. seinen Geburtstag feierte, holte ich am So. Morgen Sandra und Spichi vom flughafen ab. Die beiden wollen ihre Semesterferien hier in Israel verbringen.

Die ersten beiden Tage verbrachten wir bei sonnigem Wetter und ungefähr 20 Grad in Tel Aviv, schlenderten ein ums andere Mal die Strandpromenade entlang, durchstreiften Downtown und liessen uns Falafel schmecken. Das Old Jaffa Hostel, in dem wir logierten ist sehr charmant und liegt mitten im atmosphärischen Yafo-Viertel, nicht weit entfernt vom alten Hafen.

Danach gings Richtung Norden, genauer nach Nazareth, wo Maria die Geburt Jesu verkündigt wurde. Hier kam Spichi als Student der Religionswissenschaften voll auf seine Kosten. Wir übernachteten im "Sisters of Nazareth" - wahrscheinlich das Hostel mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis im Heiligen Land. Auch jenseits der Hostelmauernerlebten wir eine Menge Gastfreundlichkeit. Ähnlich wie Jerusalem ist Nazareth auf Hügeln erbaut, wenn es auch wesentlich kleiner ist - aber nichts deto trotz sehr lebendig. Als wir auf dem Weg vom Altstadt-Markt aufwärts waren, um den Ausblick von oben auf die Stadt zu geniessen, wurden wir von einem Einwohner eingeladen ein paar Fotos von seinem Dach zu machen. Dabei blieb es allerdings nicht. Wir bekamen Kaffee und Saft serviert, Kettchen geschenkt und einen Einblick in das Familienfotoalbum.

Von Nazareth gings weiter ins nicht allzu weit entfernte Tiberias am See Kineret (Genezareth). Auch wenn wir ein Drei-Bett-Zimmer für uns hatten, war das Hostel eine Enttäuschung: Laut, dreckiges Bad, dubioser Hostelbesitzer (die Sorte "überfreundlich", die einen skeptisch werden lässt). Wir haben uns Fahrräder ausgeliehen und eine Tour entlang des Sees Richtung Süden unternommen bis zu der Stelle, an welcher der Fluss Jordan den See verlässt. Wie ich schon bei meinem Grenzübertritt nach Jordanien festgestellt habe, ist die Erscheinung des berühmten Jordan eher armselig - ungefähr mit der Spree in Cottbus vergleichbar. Aber in einer gegend mit relativ wenig Wasser, wahrscheinlich schon bedeutsam.

Nächste Station war Haifa - eine sehr entspannte Stadt am Shabbat - ist nicht mit der Leere der Jerusalemer Innenstadt vergleichbar. Natürlich stand ein Besuch der Bahai-Gärten auf dem Programm. Das Port Inn hostel war sehr nett, wenn die Strasse auchziemlich laut des Nachts. Von Haifa haben wir einen Ausflug nach Akko gemacht, uns die Altstadt sowie die Kreuzfahrerfestung angeschaut und im nahe gelegenen Kibbutz Lohame Hagetaot das Ghetto-Fighter Museum besucht.

Von Haifa gings mit dem Zug nach Jerusalem. Das ist nicht die schnellste Art des Reisens in Israel, aber ebenfalls billig und im letzten Abschnitt, wenn der Zug die Jerusalemer Berge erklettert ein wunderbarer Ausblick.

In ein paar Tagen ist Purim, so etwas wie der jüdische Karneval - einer der wenigen fröhlichen Feiertage. Überall gibt es Kostüme und entsprechende Accessoires zu kaufen. Die Ultra-Orthodoxen sind, so weit ich weiss, vom Wehrdienst entbunden, was offensichtlich solche Mütter nicht davon abhält, ihren Söhnen Spielzeug-Waffen zu kaufen, wie mir eine Jerusalemer Strassenszene offenbarte: Nur eine der vielen Widersprüchlichkeiten, die einem hier begegnen...

28.2.07 15:00
 


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