Mein Israel

 

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Erster Arbeitstag: Aufstehen um 5 Uhr! Klingt hart, fiel mir aber leichter als am Tag zuvor um 7 Uhr.

5.45 Uhr findet man sich im Speisesaal ein und beginnt den Tag gemeinsam schweigend, wer mag mit einer Scheibe Marmeladenbrot oder einer Tasse Tee, o.a.

Gearbeitet wird im Prinzip von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang - also von 6 bis ca. 17 Uhr. Klingt auch hart, es gibt aber ausgedehnte Pausen von jeweils 1h  zum Fruehstueck (zw. 8 und 10, je nachdem wo man arbeitet und zum Mittag (geg. 13 Uhr) Abendbrot gibt es um 7.

Ueberhaupt ist das allgemeine Tempo hier angenehm gemaechlich, im Gegensatz zu Jerusalem. Allein wie die Leute laufen ist ein enormer Unterschied.

In der Schicht von frueh bis mittag bin ich fuer den Ziegenstall (Dir) eingeteilt. Das heisst, die erste Handlung des Tages ist das Melken von ca. 150 Ziegen - zum Glueck nicht alle per Hand, die meisten koennen mit der Maschine gemolken werden - ist aber genug Arbeit. Hab ich ja auch noch nie vorher gemacht. Erklaert ist das schnell, aber grau ist die Theorie. Bis man ein Gefuehl dafuer bekommt, dauert es etwas. Da die Nacht in der Wueste kalt ist, hat man morgens entsprechend kalte Haende. Das moegen die Ziegen nicht so richtig, wenn man sich mit den kalten Haenden an ihren Eutern zu schaffen macht und springen manchmal mit den Hinterbeinen in die Luft. Bei manchen muss man die Sauger der Melkmaschine einfach nur anstoepseln und dann lauefts. Andere Faelle sind schwieriger und man muss gefuehlvoll nachhelfen. Jedes Euter ist anders, soviel ist klar. ;-)

Danach haben wir in einem der Gatter einen schoenen Komposthaufen aus dem Ziegenmist angelegt. Spaeter wurden die Ziegen ausgetrieben. Jake vorneweg mit "Boe, boe" ( "Kommt, kommt" ) Rufen und ich am Ende, um aufzupassen, dass wir kein Tier verlieren ...wer hat nicht mal davon getreaumt, Schaefer zu sein ... So haben wir die Herde in den Wein getrieben - da gehen die Ziegen voll drauf ab. Auf dem Rueckweg hatten wir sogar ein Tier mehr. Es ist gerade die Zeit der Geburten und eine passierte unterwegs. Vor einigen Tagen sollen es neun Junge an einem Tag gewesen sein.

Nachmittags helfe ich bei beim Abschluss der Olivenernte, ich habe also Glueck, das zu noch mitzuerleben. Die Oliven werden nicht alle von Hand gelesen. Es werden Netze ausgelegt und dann kommt ein Traktor mit einem speziellen Arm, der schuettelt den Baum richtig durch, was sehr lustig aussieht. Nebenbei kann man mit Stockschlaegen nachchelfen (das ist die traditionelle Variante). Nur die Oliven, die dann noch haengen, werden gepflueckt.

Abends nach Einbruch der Dunkelheit sind wir zurueck.

 

14.12.06 18:00
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sven (4.1.07 01:52)
Ach Schade,

Ich hätte dir zu gern ein Bild von Reneé beim Ziegenmelken in Hohenleuben reingestellt. Aber das geht ja leider nicht.
Du kannst dich ja ab demnächst mit Benny über die zu beachtenden Feinheiten beim Ziegen melken austauschen. Bäuerliche Fachgespräche

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