Mein Israel

 

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Samstag ist eigentlich der Tag, an dem man hier gewoehnlich die meiste Zeit hat, weil es im Prinzip der einzige freie Tag ist und man solche Dinge wie Blog schreiben in Ruhe erledigen koennte, wenn der Uralt-Rechner (ich glaube, der funktioniert noch mechanisch) sich nicht auch eine Shabbatruhe gegoennt und einfach die Arbeit verweigert haette. Deshalb also heute, am Sonntag, dem 24. Dez, dem ersten Arbeitstag der neuen Woche:

In den letzten Tagen habe ich hauptsaechlich auf der Dattelpalmenplantage (Mata) gearbeitet. Die liegt ein paar Kilometer entfernt vom Kibbutz im Tal (das Kibbutz selbst liegt etwa 400m hoch). Die Berge, die sich auf der anderen Seite der Ebene erheben, gehoeren bereits zu Jordanien. Es ist jeden Morgen ein toller Anblick, wenn man hinabfaehrt und die Sonne aufgeht.

Am ersten Tag in den Datteln habe ich mit der Machete Dornen entfernt, die sonst spaeter bei der Ernte im Sommer stoeren wuerden. Hin und wieder wird man dabei gestochen, was schon etwas schmerzhaft ist, zumal dabei ein leichtes Gift abgegeben wird, das die Haut etwas anschwellen laesst (vergleichbar mit einem mittleren Insektenstich). Zunaechst haben wir die jungen Palmen bearbeitet (botanisch gesehen handelt es sich ja um Grasgewaechse). Man steht auf dem Maniskop, einer Art u-foermigem Ausleger und arbeitet sich spiralfoermig nach oben. Sind die unteren Aeste befreit kann man in die Palme klettern und auf den Aesten stehend die oberen Teile behauen. Die jungen Gewaechse sind etwa 3-4 m hoch. Bei den aelteren Palmen, die wir spaeter bearbeitet haben, klettert man in etwa 7-8 m Hoehe herum. Um effektiver zu arbeiten, wird man (natuerlich nur wenn man sich das selbst auch wirklich zutraut) auf der Palme abgesetzt und arbeitet, ohne dass sich das Maniskop-Fahrzeug unter einem befindet, allein auf die Aeste gestuetzt.

Ansonsten haben wir den Zaun repariert, damit die Esel nicht immer ausbrechen und groesstenteils habe ich bei der Installation des Bewaesserungssystems fuer das neu entstehende Palmenfeld geholfen. Ohne kuenstliche Bewaesserung geht gar nichts - da Wasser hier ein so kostbares Gut ist, muss es entsprechend effektiv eingesetzt werden. In der Regel passiert dies ueber "Tropfer" direkt an die Wurzel.

Das Grossartigste an der Arbeit in der Dattelplantage ist das Fruehstueck : Mit Lagerfeuer unter Palmen, weissen Tischdecken und lauter leckeren Sachen, wie frischem Salat, Feta und Marmelade (ist im uebrigen eine delikate Kombination), Tchina (Sesamsosse), Oliven, Eiern, ...

Natuerlich gibt es auch hier im Kibbutz weniger spannende Arbeiten, z.B. Salaternten oder Unkrautzupfen oder Etikettenaufkleben in der Fruechteverarbeitung, wo das Obst und die Oliven zu Suessigkeiten oder Oel u.a. verarbeitet werden. Aber das haelt sich, zumindest fuer mich zur Zeit in Grenzen. Der deprimierendste Tag war der in der Kueche: Fast den ganzen Tag Geschirr spuelen. Bei ca. hundert Essern kommt schon was zusammen. Aber gemacht werden muss es ja.

Am Freitag Abend ging Chanukka zu Ende, aehnlich schoen, wie es begonnen hat. Fuer Euch beginnt nun Weihnachten. Ich wuensche Euch also schoene und entspannte Tage mit Menschen die Euch lieb sind. Frohes Fest!

*noch ein kleiner Wetterbericht: Gestern war es bewoelkt - das erste Mal seit dem ich in Neot Semadar bin. Ich bilde mir sogar ein, 2-3 kleine Regentropfen abbekommen zu haben. Ihr werdet es nicht glauben, aber immer strahlend blauer Himmerl kann auch ganz schoen langweilig sein. Da ist so eine Abwechslung schon ganz nett.

24.12.06 17:41
 


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